18 Woldemar Bargiel
*
1828
†
1897
Er war Halbbruder von Clara Schumann, Freund von Johannes Brahms, Lehrer an der Königlichen Hochschule für Musik. Und heute fast vergessen. Josef Joachim hielt die Grabrede.
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Als der Komponist George Louis Augst Woldemar Bargiel 1897 in Berlin starb, sammelten seine Freunde, Kollegen und die Studierenden der Königlichen Hochschule für Musik Geld für ein Grabmal. Im November 1898 konnte es eingeweiht werden. Der damals sehr berühmte Geigenvirtuose Josef Joachim hielt die Festrede. Die von der Fa. G. Schleicher & Co. gelieferte Granitstele zeigt das nach rechts gewendet Porträt des Geehrten als Rundbild. Ein Lorbeerzweig steht für den – heute verblassten – Ruhm des Musikers und Musikpädagogen Bargiel. Schöpfer des Bildwerks ist der Bildhauer Ernst Herter, dessen größte Förderin, Kaiserin Elisabeth (Sisi) von Österreich, im September 1898 in Genf einem Attentat zum Opfer gefallen war. Im jungen Leben von Woldemar Bargiel spielten zwei andere Frauen eine wichtige Rolle. Seine Mutter Marianne, die 1872 auf dem nicht erhaltenen Familiengrab gegenüber der Grabstätte des Verlegers Georg Andreas Reimer auf dem 1825 eingeweihten älteren Teil des Dreifaltigkeitsfriedhofs beigesetzt wurde, und die von Marianne aus ihrer ersten Ehe mit Friedrich Wieck in die Ehe mit Woldemars Vater mitgebrachten Tochter Clara Wieck. Clara, eine enorm erfolgreiche Pianistin, heiratete 1840 den Komponisten Robert Schumann. Schumann und der befreundete Komponist Johannes Brahms beeinflussten das musikalische Schaffen Bargiels nachhaltig. Als Kind sang Bargiel im Berliner Domchor und war Schüler des Joachimsthalschen Gymnasiums. Sein Musikstudium absolvierte er am Konservatorium in Leipzig. 1849 kam er als Musiklehrer nach Berlin. 1865 wurde er Direktor der Musikschule und des Gesangsvereins in Rotterdam. 1874 wechselte er nach Berlin und wurde Lehrer an der Hochschule für Musik. Zum Professor ernannt, avancierte er 1876 zum Leiter einer Meisterklasse für Komposition. Ein Jahr später wählte man Bargiel in den Senat der Königlich-preußischen Akademie der Künste. Er wohnte mit seiner Frau Jeanne zuletzt in der Kurfürstenstraße 56 in Schöneberg.
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