6 Friedrich von Raumer

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1781

1873

Er wurde 91 Jahre alt, saß in der Frankfurter Nationalversammlung, leitete eine historische Zeitschrift bei Brockhaus, war Adjutant von Staatskanzler Hardenberg – und Mitglied eines Clubs ohne Satzung, dafür mit den klügsten Köpfen Berlins.

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Friedrich Ludwig Georg von Raumer stammte aus Wörlitz. Nach dem Jura-Studium in Halle an der Saale und Göttingen startete Raumer seine Karriere in Berlin. 1810 fungierte er als persönlicher Adjutant von Staatskanzler Karl August von Hardenberg, der im Auftrag König Friedrich Wilhelms III. die von Freiherrn vom und zum Stein begonnenen Staatsreformen weiterentwickelte. Im folgenden Jahr erhielt von Raumer eine Professur in Breslau und 1819 eine Professur für Staatswissenschaften an der Berliner Universität. 1822/23 fungierte er als Rektor dieser Hochschule. Keinen Widerspruch dazu bildete seine in dieser Zeit aufgenommene Mitgliedschaft in der ‚Gesetzlosen Gesellschaft zu Berlin‘, ein gegen 1809 gegründeter elitärer Herrenclub, in dem die Geistergrößen der Zeit verkehrten. Gesetzlos hieß schlicht: ohne Vereinssatzung. 1827 wurde von Raumer Mitglied der Königlich-preußischen Akademie der Wissenschaften und wirkte, ab 1847, als Stadtverordneter in Berlin. Von 1830 bis 1869 war er Gründer und dann Herausgeber des ‚Historischen Taschenbuchs‘ bei F. A. Brockhaus in Leipzig. Das Taschenbuchbot geschichtliche Aufsätze, Abhandlungen und Biografien zu verschiedenen Epochen der Welt- und der deutschen Geschichte. Als Mitbegründer des ‚Vereins für wissenschaftliche Vorlesungen‘, 1841 ins Leben gerufen, hatte von Raumer mit den Schriftstellern Heinrich Heine und Willibald Alexis prominente Zuhörer. In politisch aufgeheizter Zeit war er 1848/49 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung und Mitglied der 1. Kammer des Preußischen Abgeordnetenhauses. Bis zu seinem Tod wohnte von Raumer im Haus Kochstraße 67, dessen Eigentümer er 1834 geworden war. Ein Granitobelisk schmückt das Grab des Ehepaares Friedrich und Louise von Raumer und ihrer Kinder Hermann und Agnes. Ehrengrab des Landes Berlin.

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