17 Theodor Mommsen
*
1817
†
1903
Er bekam den Nobelpreis für Literatur – für ein Werk über die Römer. Zweimal verlor er seinen Professorenjob. Einmal trat er als Akademiesekretär zurück, weil ihm Antisemitismus unerträglich war.
Audioguide

Die Grabstätte der Familie Mommsen und die durch eine Rundbogenöffnung mit ihr verbundene Grabstätte des Verlegers Georg Andreas Reimer zeichnen sich durch ihre privilegierte Lage an der ehemaligen Südmauer und jetzigen Innenmauer des Friedhofs aus, nicht durch große Pracht. Reimer war der Schwiegervater des Historikers und Literaturnobelpreisträgers Theodor Mommsen. Mommsen wurde 1843 in Kiel zum Dr. jur. promoviert. Von 1844 bis 1847 hielt er sich, durch ein Reisestipendium finanziert, in Italien auf. So wohnte er etwa in Cefalù auf Sizilien. In Rom begann er mit der systematischen Dokumentation lateinischer Inschriften, was den Grundstein für sein Lebenswerk, den Corpus Inscriptionum Latinarum, legte. 1849 erhielt er eine Professur an der Universität Leipzig, verlor sie schon 1851 wegen liberal-kritischer politischer Betätigung. 1852 wurde er auf eine Professur in Zürich berufen und siedelte in die Schweiz über. 1854/55 erschien seine mehrbändige „Römische Geschichte“, für die er 1902 den Nobelpreis erhielt. Er konnte 1858 nach Berlin zurückkehren, denn die Preußische Akademie der Wissenschaften hatte ihn zum ordentlichen Mitglied berufen. Ermöglicht wurde diese prestigeträchtige Position maßgeblich durch die persönliche Fürsprache von Alexander von Humboldt. Ein Streit mit dem Historiker Heinrich von Treitschke wegen dessen Antisemitismus führte zu Mommsens Rücktritt als Sekretär der historisch-philosophischen Sektion. Von 1861 bis 1887 hielt er Vorlesungen und Seminare an der Berliner Universität, deren Rektor er 1874 wurde. Als Mitglied und Initiator der Deutschen Fortschrittspartei beteiligte sich Mommsen aktiv am politischen Leben. 1863 bis 1866 war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, 1873 Mitglied der Fraktion der Nationalliberalen Partei im preußischen Landtag und 1881 bis 1884 Mitglied des Deutschen Reichstages. Ein 1909 von Adolf Brütt geschaffenes Denkmal Mommsens steht im Ehrenhof der Humboldt-Universität Berlin.
Audioguide entstanden mithilfe von KI
