1 Amalie Wolff

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1780

1851

Schauspielerinnen wurden früher am Rand begraben – oder außerhalb des Friedhofs. Amalie Wolff liegt am Hauptweg. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Das ist eine Geschichte.

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Das Grabmal für die Schauspielerin Amalie Wolff liegt in sehr repräsentativer Lage am Hauptweg des Friedhofs. Das ist bemerkenswert, denn lange galt der Beruf des Schauspielenden als unehrenhaft und führte noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu unwürdigen Beisetzungen in bescheidenen Randlagen oder sogar außerhalb der „christlichen“ Begräbnisplätze. Das von einem gotisierenden Eselsrückengitter aus Gusseisen umschlossene Grab der in Berlin verehrten und gefeierten Bühnenkünstlerin wird durch ein marmornes Grabmal geschmückt, dessen Form an antike Weihegeschenke in heiligen Tempelbezirken erinnert. Die Urne auf der schlanken Säule ist ein Antikenzitat und keineswegs ein Hinweis auf eine Kremierung von Amaliens Leiche, zumal die Feuerbestattung in Preußen erst ab 1911 legal durchgeführt werden konnte. Die Karriere von Amalie Wolff, geborene Malcolmi, begann in Weimar. Ihre Ausbildung in der Kunst der Sprache und Darstellung hatte sie durch die Schauspielerin Corona Schröter erhalten. Ihre erste feste Anstellung erhielt sie 1794 – 11 Jahre alt – am Weimarer Theater. Als 1797 die von Goethe geschätzte Schauspielerin Christiane Becker-Neumann verstarb, übernahm die Malcolmi viele ihrer Rollen. Amalie errang in der Rolle der ISABELLA in Schillers ‚Braut von Messina‘ einen großen Erfolg. Goethe und Schiller waren begeistert! 1804 heiratete Amalie den Schauspieler Pius Alexander Wolff. Beide ergänzten sich prächtig und traten gemeinsam etwa in Goethes ‚Torquato Tasso‘, und ‚Iphigenie auf Tauris‘ oder bei Aufführungen einer Bearbeitung nach Shakespeares ‚Romeo und Julia‘ auf. Zum Leidwesen Goethes nahmen die Wolffs gegen 1815 ein Engagement am Berliner Schauspielhaus an. Nach anfänglichen Schwierigkeiten – in Berlin gab es etwa eine andere Darstellungsweise als in Weimar, auch durften die Wolffs nicht gemeinsam in einem Stück auftreten – spielten sie sich in die Herzen der Berliner. P. A. Wolff starb 1828 in Weimar. Amalie Wolff wirkte noch 16 Jahre in Berlin.

Audioguide entstanden mithilfe von KI