15 Philipp Marheinecke
*
1780
†
1846
Der Marheineckeplatz in Kreuzberg trägt seinen Namen. Wer ihn überquert, um hierher zu kommen, tritt unwissentlich in seinen Schatten. Der Theologe, der Prediger, der Zeitgenosse Schleiermachers liegt gleich dort drüben.
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Das gut erhaltene Gittergrab und die schöne Grabstele mit dem vergoldeten Porträtrelief fallen den Besuchenden leicht ins Auge, auch wenn das daneben aufragende Mausoleum der Familie Epenstein ungleich repräsentativer daherkommt. Wer von der U-Bahnstation Gneisenaustraße über die Schleiermacherstraße zum Friedhof gekommen ist, wird sicher den großzügigen Marheineckeplatz mit der Passionskirche wahrgenommen haben. Hier nun auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof, ruht, in einem Ehrengrab des Landes Berlin, der Namenspatron des Platzes, der Theologe und Philosoph Philipp Marheinicke. Marheinecke stammte aus Hildesheim. Nach seiner Promotion 1803 zum Dr. phil. in Erlangen lehrte er an den Universitäten Göttingen, Erlangen, Berlin und Heidelberg. 1811 erfolgte die Promotion zum Dr. der Theologie. Er wirkte als Universitätsprediger in Erlangen und war zeitweise Rektor der Berliner Universität. Von 1820 bis 1846 stand er der Berliner Dreifaltigkeitsgemeinde als Prediger zur Verfügung. Am Konsistorium in Berlin wurde er Konsistorialrat und war Mitglied der Wissenschaftlichen Prüfungskommission und des Schul-Kollegiums der Provinz Brandenburg. Wie der Jurist Friedrich von Raumer und andere Intellektuelle in Berlin, war er Mitglied in der ‚Gesetzlosen Gesellschaft‘, einer der exklusiven Bildungsclubs in der eher als robust geltenden Berliner Stadtgesellschaft. Als Hochschullehrer lehrte er Kirchen- und Dogmengeschichte, befasste sich mit der systematischen Darstellung der Symbolik, der Dogmatik und der Moraltheologie. 1814 erschien sein Werk ‚Aphorismen zur Erneuerung des kirchlichen Lebens im protestantischen Deutschland‘. Gegen Ende der so genannten Befreiungskriege 1813/15 gegen die französische Besatzung Preußens unter Kaiser Napoleon I. von Frankreich war der Wunsch nach gesellschaftlicher Veränderung aller bestehender, dass Leben der Menschen leitender oder begleitenden Institutionen, allen voran Staat und Kirche, eine Notwendigkeit geworden.
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