9 Gert & Gundel Mattenklott

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1942 & 1945

2009 & 2024

Er erforschte Melancholie, Weltliteratur und Stefan George. Sie lehrte, wie Kinder durch Kunst denken lernen. Zwei Akademiker, zwei Leben, ein Grab – und eine gemeinsame Überzeugung: Ästhetik ist keine Dekoration, sondern Notwendigkeit.

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Gert und Gundel Mattenklott waren fester Bestandteil der Westberliner Gesellschaft. Gert Mattenklotts Metier war die Allgemeine und die Vergleichende Literaturwissenschaft, ein Bereich mit eingebauter Lizenz zum Lesen. Dass er auch als Kunstphilosoph, Kritiker und quasi folgerichtig als Essayist in Erscheinung trat, verwundert kaum. Eloquent, also sprachlich versiert und gleichermaßen hingebungsvoll, sollten diejenigen sein, die Lesen nicht nur als köstliche Zweisamkeit von Mensch und Literatur verstehen, sondern als Auftrag, Gelesenes in zuhörergemäßer Form für Nicht- und Auch-Leser aufzubereiten, zu inspirierenden Verständnisansätzen zu formen und in der Tradition der Geschichtenbewahrer vorschriftlicher Zeit zu bewahren. Mattenklott wurde mit seiner Dissertation über ‚Melancholie in der Dramatik des Sturm und Drang‘ promoviert und habilitierte 1969 mit der Studie ‚Bilderdienst. Ästhetische Opposition bei Beardsley und George‘. Beide hier in Beziehung gesetzten Persönlichkeiten waren Protagonisten eigenwilliger Lebensentwürfe, der erste als Grafiker und Dichter, der im Umkreis von Oscar Wilde lebte, der zweite als Lyriker. Stefan George war das „Zentralgestirn“ eines überaus komplizierten Beziehungsgeflechts, das einen widersprüchlichen Gegenentwurf zur Bürgerwelt um 1900 bildete. Mattenklott war mit zahlreichen Gastprofessuren international tätig, etwa in den USA, Israel oder Japan. Für renommierte Presseerzeugnisse, wie der die Frankfurter Allgemeine Zeitung und der Neuen Züricher Zeitung, lieferte er Kritiken zum Kulturbetrieb. Ein Forschungsschwerpunkt bildete das Thema ‚Weltliteratur und Globalisierung‘. Gundel Mattenklott wirkte als Professorin für musisch-ästhetische Erziehung an der Universität der Künste in Berlin. Ästhetische Grundschulerziehung sowie Kinder- und Jugendliteratur bildeten Schwerpunkte ihrer Forschung. Mit Constanze Rora gab sie die Zeitschrift ‚Ästhetische Bildung‘ heraus.

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