13 Ludwig Tieck

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1773

1853

„Die Gesellschaft seiner Zeit huldigte dem Dichter wie einem Halbgott.“ Der Berliner Seilermeistersohn, der Don Quijote ins Deutsche brachte und die Romantik miterfand.

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Der Dichter und Dramaturg Tieck und sein als Bildhauer wirkender Bruder Friedrich Tieck waren Söhne eines bildungsbeflissenen Berliner Seilermeisters. Seit 1794 lebte er als freischaffender Schriftsteller in Berlin, ab 1799 in Jena. Das Werk des Frühromantikers umfasst heute weitgehend vergessene Dichtwerke der Epik, Lyrik und Dramatik. Volksmärchen nahm er als Anregung für eigene Märchen, die er im Sinne der Romantik gestaltete. Er verfasste Erzählungen und Romane, wie ‚Peter Leberecht‘, ‚William Lovell‘, ‚Franz Sternbalds Wanderungen‘, ‚Prinz Zerbino‘ und ‚Fortunat‘. Bekanntheit errang seine 1844 uraufgeführte Komödie ‚Der gestiefelte Kater‘, die Tieck zusammen mit ‚Der blonde‘ Eckbert‘ und ‚Ritter Blaubart‘ schon 1797 in einer ersten Fassung als Volksmärchen veröffentlicht hatte. Der sprachbegabte Tieck veröffentlichte unter dem Sammeltitel ‚Altenglisches Theater‘ viele Dramen von William Shakespeare, wobei er sich der Übersetzungen von Wolf Heinrich Grafen von Baudissin, August Wilhelm Schlegel und seiner Tochter Dorothea Tieck bediente. Tiecks ab 1799 publizierte Übersetzung von Miguel de Cervantes ‚Don Quijote‘ gilt als ein Meilenstein der Reiseliteratur und prägte das deutsche Cervantes-Bild maßgeblich. So wurde das Werk hierzulande populär. Gemalte Szenen aus Don Quijote zieren etwa die Privatwohnung König Friedrich-Wilhelms IV im Schloss Charlottenburg. Zu Tiecks Veröffentlichungen gehörten auch (verstorbene) deutsche Autoren wie Heinrich von Kleist, Wilhelm Heinrich Wackenroder und Jakob Michael Reinhold Lenz. Berühmt wurde Tieck als Meister der Vortragskunst: „Die Gesellschaft seiner Zeit huldigte dem Dichter wie einem Halbgott“. 1810 war Tieck als Dramaturg in Baden-Baden und ab 1819 in Dresden, wo er 1825 am dortigen Hoftheater wirkte. 1842 erfolgte der Ruf nach Potsdam und Berlin, wo der alternde Dichter als Schauspielberater und königlicher Vorleser wirkte. Die Grabstätte wurde ursprünglich durch ein eisernes Gitter eingefasst.

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