5 Friedrich Daniel Schleiermacher

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1768

1834

Er zweifelte am Dogma, lebte in einer WG mit Friedrich Schlegel, verliebte sich regelmäßig – und wurde trotzdem der bedeutendste protestantische Theologe seit Martin Luther. Er weihte diesen Friedhof ein. Und liegt nun hier.

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Der im schlesischen Breslau geborene Prediger Schleiermacher gehörte zu den bekanntesten Geistesgrößen seiner Zeit. Er wurde als bedeutendster deutscher (protestantischer) Theologe seit Martin Luther angesehen. Als Theologiestudent eckte er mit seinem Zweifel daran, dass sich der als ewig verstandene Gott in Gestalt eines Menschensohnes opferte und „sein Tod eine stellvertretende Versöhnung (mit den Menschen) war“ an, bestand letztlich aber sein Examen in Berlin. Nach seiner Hauslehrerzeit außerhalb der Residenz kam Schleiermacher zurück nach Berlin, wo er mit dem romantischen Dichter Friederich Schlegel quasi in einer WG lebte. 1796 wurde er Prediger an der Charité. Freundschaft schloss er mit Henriette Herz, die im Haus ihres Mannes, des Kantschülers und Arztes Marcus Herz, in der Neuen Friedrichstraße 22 einen Salon unterhielt. Schleiermacher war verliebt und bekannte: Es liegt sehr tief in meiner Natur, daß ich mich immer (…) an Frauen anschließen werde, als an Männer; denn es ist so vieles in meinem Gemüt, was diese selten verstehen“. Nach einer Professur in Halle wurde Schleiermacher 1809 fester Prediger an der Berliner Dreifaltigkeitskirche. Seine Kanzelreden waren berühmt. Durch Wilhelm von Humboldt eingeladen, konnte er Mitglied der wissenschaftlichen Deputation werden. 1810 war er einer der Gründungsprofessoren der Berliner Universität. Der preußische Patriot mit engen Kontakten zu Freiherr vom Stein, Scharnhorst und Ernst Moritz Arndt – der 1817 Schleiermachers Schwester Anna Maria geheiratet hatte – geriet zeitweise unter den Verdacht „Revolutionär“ zu sein. Er trat „für das heilige Recht der Gemeinde, ihre kirchlichen Angelegenheiten selbständig zu verwalten und sich frei nach ihren eigenen Bedürfnissen und Gesetzten zu regieren“ ein. 1825 weihte er den Friedhof ein, auf dem er 1834 beigesetzt wurde. Sein Grabmal, entworfen von Ludwig Ferdinand Hesse, ziert eine von Christian Daniel Rauch modellierte Büste.

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