2 August Kopisch
*
1799
†
1853
Er wollte Maler werden. Dann verletzte er sich beim Schlittschulaufen. Was folgte: die Entdeckung der Blauen Grotte auf Capri, die Heinzelmännchen – und ein König, der ihn mit einer Jahrespension versorgte.
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Die Grabstätte von August Kopisch wird auf den ersten Blick durch die an Schinkels Entwürfe erinnernde Marmorstele für den Architekten Karl Bötticher dominiert. Der Kunsthistoriker und Professor an der Bauakademie, 1889 gestorben, war seit 1859 der zweite Ehemann von August Kopischs Witwe Maria geb. von Sellin. Das von dem Bildhauer Otto Geyer 1891 modellierte Porträtrelief August Kopisches ist in eine Inschriftentafel eingelassen, die wiederum in die mit gelblichem Klinker verkleidete Rückwand des Erbbegräbnisses hineinvertieft ist. August Kopisch, dessen farbintensive Gemälde heute auf Kunstauktionen Höchstpreise erzielen, hatte in Prag, Wien und Dresden Malerei studiert. Eine Verletzung der Hand, Folge eines Sturzes beim Schlittschulaufen, behinderte Kopisch so stark beim Malen, dass er auf sein zweites bedeutendes Wirkungsfeld, die Dichtkunst, auswich. Das bekannteste Werk ist die Geschichte von den Kölner Heinzenmännchen, rührige Helfer der Menschen, durch Neugier und Dummheit einer Handwerkerfrau so erbost, dass sie „von nun an“ dem Menschen jeden Dienst versagten. Kopisches Lieder fanden Eingang in die Commersbücher, also die Liederbücher von Studentenvereinigungen. Kopisches heutige Popularität resultiert jedoch aus seiner „Entdeckung“ der so genannten ‚Blauen Grotte‘ auf Capri. Zusammen mit seinem Freund Ernst Fries besuchte Kopisch 1826 im Rahmen seiner von 1823 bis 1829 dauernden Italienreise auch Capri. Durch Beschreibungen und wundervoll blau schimmernde Gemälde der Blauen Grotte weckte er in Deutschland einmal mehr die Sehnsucht nach dem Süden. 1829 lebte Kopisch in Breslau und kam 1840 als Berater für Kunstgegenstände im Hofmarschallamt nach Berlin. König Friedrich-Wilhelm IV., genannt der ‚Romantiker auf dem Thron‘, gewährte Kopisch ab 1841 eine Jahrespension. Ab 1847 verfasste der Dichter eine „Beschreibung der Potsdamer Schlösser und Gärten bis zum Jahr 1852", die 1854 von seinem Freund Karl Bötticher herausgegeben wurde.
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