11 Henrich (Henrik) Steffens
*
1773
†
1845
Er kam aus Norwegen, studierte in Kopenhagen, promovierte in Kiel, zog nach Jena, lehrte in Halle, kämpfte gegen Napoleon – und las später vor Karl Marx und Søren Kierkegaard. Ein Leben, das sich kaum erfinden ließe.
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Henrik oder Hendrik, in Deutschland Henrich Steffens, kam in Stavanger zur Welt. Das heutige Norwegen bildete damals mit Dänemark eine 1814 beendete politische Einheit. Steffens, Sohn eines aus Holstein stammenden Chirurgen, studierte in Kopenhagen Naturwissenschaften und Medizin. Nach einer Reise durch Norwegen setzte er das Medizinstudium in Kiel fort. Nach der Promotion 1797 wechselte er nach Jena, wo er den etwas jüngeren Philosophen Friedrich Wilhelm Schelling kennenlernte und sich dessen Naturphilosophie anschloss. Der damals bekannte Mineraloge und Geologe Abraham Gottlob Werner an der sächsischen Bergakademie in Freiberg wurde sein Förderer. 1799 hielt sich Steffens das erste Mal in Berlin auf, folgte 1804 einem Ruf an die Universität in Halle, wo er die ‚Grundzüge der philosophischen Naturwissenschaft‘ herausgab. Kontakt entstand damals zu Friedrich Daniel Schleiermacher, Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck, die nach ihrem Tod – bis auf den katholischen Schlegel – auch auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof II ihre letzte Ruhe fanden. 1811 lehrte er an der Universität Breslau. Als Freiwilliger nahm er 1813 für Preußen an den Befreiungskriegen gegen die französischen Besatzungstruppen Kaiser Napoleons I. teil und war bei der Einnahme von Paris dabei. In Breslau wurde er in den 1820er Jahren zweimal zum Rektor der Universität bestellt. Auf Veranlassung des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (IV.) wurde Steffens 1832 an die Berliner Universität berufen, wo er als Professor für Naturphilosophie vor Studierenden wie Karl Marx und Sören Kierkegaard las. 1835 war er Rektor und wurde zum ordentlichen Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften ernannt. Steffens war mit Johanna geb. Reichardt verheiratet, die durch Bildung, Geist und gutes Aussehen Bekanntheit erlangte. Das Grabmal Steffens wurde im Auftrag der Freunde von Johann Heinrich Strack entworfen. Das Porträttondo geht auf ein Vorbild Bertel Thorvaldsens zurück.
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