7 Friedrich Wilhelm von Krause und Flora von Krause geb. Gallisch

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1802 & 1816

1877 & 1873

Er kam mit 14 Jahren und leerem Portemonnaie nach Berlin. Er starb als einer der reichsten Männer im Kaiserreich – und ließ seiner Frau ein Grabmal bauen, das 300.000 Mark kostete.

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Als Flora, eine stattliche Dame mit modischer Lockenfrisur, starb, ließ ihr Witwer, der Großunternehmer Friedrich Wilhelm von Krause, sie mit großem Pomp der Bestattungsklasse I auf dem neuen Teil des Friedhofs beisetzten. Er beauftragte den damals sehr bekannten Architekten Friedrich Hitzig mit dem Entwurf einer Grabhalle mit darunterliegender Gruft. 300.000 Mark kostete der 1881 fertiggestellte Bau. Schlesischer Sandstein, skandinavischer Granit, Bronze für die Kapitelle und die Kassettendecke, dazu prachtvolle Reliefs des Bildhauers Max Koch außen und in den inneren Bogenfeldern Gemälde von Friedrich Pfannschmidt, ‚Christi Grablegung‘ und die ‚Frauen am Grab‘ schmücken die Architektur. Die goldenen Mosaiken wurden in der Manufaktur von Antonio Salviati in Murano bei Venedig hergestellt. Sie zeigen den lehrenden Heiland und Engel, die Gesetz, Evangelium, Taufe und Abendmahl versinnbildlichen sollen. Im Zentrum der Halle steht eine Figur Christi aus weißem Marmor, ein Werk von Julius Moser. Zu Seiten der Bank im Hintergrund der beiden Scheinsarkophage standen ursprünglich die Porträtbüsten des Ehepaares von Krause, Marmorarbeiten des Bildhauers Friedrich Drake. Leider wurden sie gestohlen. Die eisernen Gitter zwischen den Säulen sind derzeit fast alle eingelagert und warten auf beherzte SpenderInnen. Links und rechts der Halle ruhen weitere Familienmitglieder im Grabgarten, eine Nachfahrin in einem Grab hinter der Halle. Als Friedrich Wilhelm von Krause 1877 selbst zu Grabe begleitet wurde, fuhr dem Trauerzug die Galakutsche von Kaiserin Augusta voran, zwar leer, aber doch als Zeichen der Verbundenheit mit dem Ehepaar Krause, die sie durch deren soziales Engagement kennen gelernt hatte. F. W. Krause war 14 Jahre alt und mit wenig Geld nach Berlin gekommen, um Drogist zu werden. Am Ende seines Lebens gehörte der ‚Selfmademan‘ zu den wohlhabendsten Industriellen im Kaiserreich.

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